Einbau eines Fäkalientanks
Eckhard Ochernals Weg von einer „rückhaltlosen Schweinerei“ zur sauberen Lösung
Vor ziemlich genau fünf Jahren kauften wir im Winter unseren Träumer, eine Format 36. Nach einer ausführlichen Besichtigung war klar, dass viel Arbeit auf uns zukam, doch die Grundsubstanz war und ist sehr gut. Die Unterzeichnung des Kaufvertrages sollte trotz winterlicher Kälte an Bord geschehen, musste dann aber aus „duften“ Gründen zu uns nach Hause verlegt werden.
Der Hintergrund: Der freundliche Herr, der den Katamaran als Charterboot betrieben hatte, stellte den Katamaran in das Winterlager, ohne vorher den Fäkalientank geleert zu haben. Des Weiteren hatte er den bestehenden Fäkalientank oberhalb des Niveaus der Bordtoilette eingebaut, ohne einen Entlüftungskrümmer zwischen Tank und Toilette installiert zu haben. Hierdurch lastete der Druck der gesammelten Fäkalien lediglich auf der Rückschlagklappe der Bordtoilette und in der Nacht vor der Unterzeichnung des Kaufvertrages hatte diese, vermutlich durch Frost, ihre Pforten geöffnet… Die unsägliche Geschichte der Entsorgung der gesamten alten Anlage erspare ich mir aus Rücksicht gegenüber den Lesern.
Nun stand ich vor der Entscheidung, wie ich die neue Anlage bauen sollte. Das Einfachste wäre ja gewesen, bei dem bestehenden Tank einfach die Verbindung zu ändern. Hiergegen sprach neben dem Gewicht weit achtern im Schiff auch der Umstand, dass man den Inhalt, wie bei anderen Booten meist unvermeidbar, umständlich mit einer Handpumpe entleeren musste.
Nach ausführlicher Beratung mit Jürgen Peter, dem Konstrukteur unseres Träumers, entschied ich mich, als neuen Tank eine hierfür bestens geeignete Backskiste zu verwenden. Der größte Vorteil dieses Einbauortes war, dass zwischen dem Boden der Backskiste und der Unterseite des Kastens im Übergang zwischen Brückendeck und Rumpf genügend Raum war, ein Ablaufventil zu installieren.
Also verlegte ich eine geruchsfeste Leitung mit Entlüftungsbogen von der Toilette zur Backskiste. Den Einlauf verlegte ich auf Anraten von Jürgen Peter so, dass die hereinströmenden Fäkalien direkt über den Ablauf strömen und hierdurch eventuell über dem Ablauf zur Ablage kommende festere Bestandteile wegspülen. Dies halte ich heute für ein wichtiges Detail, welches zum störungsfreien Betrieb sicherlich ganz wesentlich beiträgt.
Den Deckel laminierte ich aus einer Baumarkt-Schaumplatte und beidseitigem Epoxydharzlaminat. So bekommt man, für statisch wenig belastete Teile geeignet, eine leichte Sandwichplatte ausreichender Stabilität. Vor dem Einkleben des Deckels wurde die gesamte Innenfläche des zukünftigen Tanks noch mit mehreren Schichten Epoxydharz versiegelt, damit später keine Undichtigkeiten auftreten. Den Inspektionsdeckel aus Edelstahl platzierte ich über dem Ausflussventil, damit man bei möglichen Verstopfungen des Auslasses mit einem langen Draht „operieren“ kann. Neben dem unbedingt notwendigen Belüftungsschlauch mit Geruchsfilter am Ende und der Absaugöffnung montierte ich noch einen simplen mechanischen Füllstandsanzeiger in den Deckel. Dies stellte sich als einziger Fehler dieses Umbaus heraus, der Füllstandsanzeiger funktioniert in diesem „Medium“ nicht und wird demnächst durch eine Ultraschall- Tankanzeige ersetzt.
Seit nunmehr fünf Jahren nutzen wir den umgebauten Fäkalientank störungsfrei und sind über die Möglichkeit froh, ihn auf hoher See durch einfaches Öffnen eines Ventils leeren zu können. Über was man sich so freuen kann …



