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Innovationen bei der Segelvermessung

Nico Boon; übersetzt von Klaus Ehm

Seit 1982 wird mittels „aspect ratio” (Breite- Höhe-Verhältnis) die anzurechnende Fläche von Groß- und Vorsegel berechnet. Die Berechnung beruht auf einer Formel, die in diesem Jahr in Kalifornien entwickelt worden war.

Seitdem zeigt sich, dass eher rechteckig geschnittene Segel mit ausgestelltem Top (flattops) effizienter sind als die klassischen Dreieckstücher. Leider ist das aspect ratio dieser „modernen“ Segel geringer als bei den dreieckig geschnittenen Segeln. Das ist nicht richtig. Dies ist der Hauptgrund, warum neue Wege gesucht werden, die Effizienz eines Segels zu berechnen. Solche Studien gibt es überall auf der Welt. In Australien wurde z.B. 2008 bereits ein neues Berechnungssystem eingeführt (OMR) für die mehr als 170 Mehrrumpfboote im Multihull Yacht Club of Queensland (MYCQ). 2008 soll auch in Holland das Jahr neuer Formeln werden.

In Holland beruht die neue Berechnungsformel auf der Ratio Sail Area RSA dividiert durch E hoch 2. E ist die die größte Breite des Großsegels, im Allgemeinen am Fuß des Großsegels gemessen.

Diese Formel berücksichtigt zur Fläche des Großsegels die „Rechtwinkligkeit“, Segelfläche Groß (sail area main, MSAM) geteilt durch den Winkel P * E (P ist die Höhe, E siehe oben). Als Formel:
MSAM / P * E
Dieses Verhältnis wird mit einem weiteren Verhältnis multipliziert (P / E), denn je höher und schmäler ein Großsegel geschnitten ist, desto effizienter ist es. Diese Überlegung ergibt die Formel
MSAM / (P * E) * (P / E) = MSAM / E ^ 2
Versuchsweise musste außerdem eine neue Formel entwickelt werden, die den korrekten Effizienzprozentsatz ermittelt. Die aktuell getestete Formel heißt
Effizienz % = 63 * (MSAM / E ^ 2) ^ 0.32

Das sieht krass aus – Sie können die Formeln bei Interesse selbst mit allen möglichen Werten und Kräften füttern, wenn Sie die Berechnungsbögen (Excel-Tabellen mit hinterlegten Formeln) beim Redakteur per E-Mail anfordern: [1].

Es liegen drei Tabellen vor, u. a. eine 80-Spalten- Kalkulation mit aktuellen Werten von Booten des niederländischen Catamaran und Trimaran Clubs einschließlich Texel-Rating Kennzahlen zum Vergleichen (siehe unten). Die Effizienz der Vorsegel wird mit einer vergleichbaren Formel berechnet. Sie beruht auf dem Verhältnis Measured Area Genoa (MSAG, gemessene Fläche Genua) geteilt durch LPG ^ 2 .(LPG ist das Lot vom Vorliek zum Halshorn des Vorsegels und dient der Berechnung des Vorsegeldreiecks):
MSAG / LPG ^ 2
Für die Effizienzberechnung der Vorsegel musste eine neue Formel gefunden werden, weil die Crew die Option auf überlappende Genuas hat, und die alte Berechnungsformel dafür zu hohe Werte ergab. Die nun für Vorsegel zu testende Formel lautet
Effizienz % = 71 * (MSAG / LPG ^2) ^0.32
(Kräfte angenommen wie beim Großsegel) Die zu wertende Fläche wird ermittelt durch multiplizieren der gemessenen Fläche mit EFF % dividiert durch 100. Wenn Sie einen Faktor und keine Prozentangabe wählen muss nicht durch 100 geteilt werden.

Die oben angegebenen Konstanten 63 und 71 müssen dann in 0.63 und 0.71 geändert werden.

Was muss noch geprüft werden? Stagsegel und Drifter, das sind alle Segel, die kein Spinnaker oder Screacher sind, werden mit der obigen Formel für Fock oder Genua berechnet. Wie 2007 wird auch 2008 0.15

  • MA (Measured Area, gemessene Fläche)

gerechnet.

Nur wenn die Fläche des Drifters größer als MSAG (Measured Area Genoa or Jib) ist wird in RSA folgendes addiert: RSAD – RSAG (Differenz zwischen berechneter Fläche von Drifter und Genua bzw. Fock).

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