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Kroatien - Quo Vadis - Croatia?

Seit ungefähr 25 Jahren verbringe ich regelmäßig, abgesehen von den Bürgerkriegsjahren, meinen Urlaub im mittleren Teil der Adria zwischen den Kornaten und dem Kvarner. Meinem Eindruck nach hat sich seit dem Kriege ein fundamentaler Wandel vollzogen. Es steht uns Touristen sicher nicht zu, das neue System der Tudjman-Demokratie zu beurteilen, aber in Sachen gesellschaftlicher Entwicklung und Torismuspolitik können wir sehr wohl vergleichend unsere Eindrücke schildern.

In der Marina Kornati, Biograd, beklagte sich ein Österreicher Dauerlieger vom 5. Steg (direkt gegenüber der Hafeneinfahrt und am weitesten von den Sanitäreinrichtungen entfernt): Nicht nur, dass einem der schlechteste Platz zugewiesen wird. Einheimische würden darüberhinaus um 40% weniger zu zahlen haben. Selbstverständlich konnte ich diese Aussage nicht durch direkte Nachfrage beim Hafenkapitän überprüfen, aber dieser Fall erinnerte mich doch stark an die frühere Praxis auf den Fähren, Ausländern den doppelten Fahrpreis abzuverlangen.

Tatsache ist jedenfalls, dass von 1996 bis '98 die DM-Preise der täglichen bzw. jährlichen Liegeplätze um durchschnittlich 25% bzw. 35% gestiegen sind. Desgleichen zahlte man 1998 für PKW und Trailer täglich 13 DM gegenüber 11 DM vom Vorjahr. Nimmt man die Preise der Marina Borik, Zadar, hinzu und vergleicht sie mit den Preisen der ACI-Marinas unter Berücksichtigung des dort eingeräumten ADAC-Rabattes von 10%, dann haben die „Privaten" die ACI-Marinas bereits überholt. Soll das so weitergehen?

Nun kann man natürlich einwenden, dass es ja die Ärmsten nicht trifft, im Vergleich mit den Einkommensverhältnissen im Land. Allein, es bleibt ein Ärgernis, für ein dummes Kapitalistenschafgehalten zu werden, das nur darauf wartet, gemolken zu werden.

Schlechte Erfahrungen in Bezug auf Seriosität, Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft habe ich außerdem gemacht bei der Reparatur meines Außenborders, bei kritischen Situationen im Hafen oder beim Kranen. Großvolumige Motorboote der Luxusklasse genießen, so erschien es mir, weit größere Wertschätzung. Zur Ehrenrettung - der Schlußsatz von W. Keussen (MB Nr. 78, S.35 Multihull Vereinsmagazin: www.multihull-verein.de) bleibt wahr:

Freunde, welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Um Widerspruch wird gebeten!

+) In der Region Zadar sind folgende organisierte Ankerplätze gebührenpflichtig: Pantera, Cuna, Brbinj und Lucina auf Dugi Otok, Sv. Ante, Sohne u. Zdrelac auf Pasman, Brgulje, Molat und Zapuntel auf Molat, Olib auf Olib, Mala Rava und Lokvina auf Rava, Ist und Mljake auf Ist, KriJal auf Premuda. Für Telascica und die Kornaten (Natur- und Nationalpark) gelten ohnehin Besuchergebühren.

Autor: Dr. Guido Ruckert, Roden

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